Eigentlich hätte die Feuerwehr längst ein modernes Zuhause haben sollen. Bereits seit 2025 war vorgesehen, dass das neue gemeinsame Feuerwehrhaus in Betrieb geht. Doch ein Bürgerentscheid im Jahre 2021, kippte den geplanten Standort am Freibad – und damit begann ein Dilemma, das bis heute anhält.
Über Jahre hinweg konnte sich der Gemeinderat nicht auf einen alternativen Standort einigen. Diskussionen wurden geführt, Optionen geprüft, Entscheidungen vertagt. Für die Feuerwehr bedeutete das vor allem eines: Stillstand bei gleichzeitig wachsendem Handlungsdruck.
Erst im Jahr 2023 gelang schließlich der Durchbruch. Der Gemeinderat verständigte sich darauf, das dringend benötigte Feuerwehrhaus im Bereich des Kreisverkehrs an der Fleckenhöhe zu errichten. Ein wichtiger Schritt – doch bis zum tatsächlichen Baubeginn und der Fertigstellung wird noch einige Zeit vergehen.
Die Realität holt die Feuerwehr jedoch schon jetzt ein. In diesem Jahr werden zwei dringend benötigte Fahrzeuge ausgeliefert: ein neuer Einsatzleitwagen sowie ein Mittleres Löschfahrzeug. Beide Beschaffungen wurden bereits im Feuerwehrbedarfsplan für die Jahre 2018 bis 2023 beschlossen. Damals ging man noch selbstverständlich davon aus, dass bei ihrer Auslieferung auch das neue Feuerwehrhaus längst fertiggestellt sein würde.
Doch stattdessen steht die Feuerwehr heute vor einem ganz praktischen Problem: Wohin mit moderner Technik, wenn die Infrastruktur fehlt?
Die Antwort lautet derzeit: Provisorien. Nach der bereits eingerichteten Containerlösung als Umkleide für die Einsatzkräfte am Standort Busenbach wurde nun eine Zeltgarage am Feuerwehrhaus in Reichenbach aufgebaut. Dort wird vorübergehend eines der neuen Fahrzeuge untergebracht – zumindest so lange, bis eine geplante Leichtbauhalle auf dem Gelände des Bauhofs in Reichenbach errichtet wird.
Auch für den neuen Einsatzleitwagen wird improvisiert: Am Feuerwehrhaus in Busenbach soll eine weitere Leichtbauhalle angebaut werden, um das Fahrzeug unterzubringen.
Diese Übergangslösungen zeigen deutlich, wie angespannt die Situation ist. Provisorien, wohin man blickt – bei Fahrzeugen, bei Unterbringung, bei der gesamten Infrastruktur. Was als kurzfristige Notlösung gedacht ist, droht sich immer mehr zu einem längerfristigen Zustand zu entwickeln.
Dabei ist die Feuerwehr auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen. Moderne Einsätze erfordern nicht nur gut ausgebildete Einsatzkräfte, sondern auch eine funktionierende Infrastruktur, kurze Wege und sichere Unterbringung von Technik und Ausrüstung.
Die Einsatzkräfte leisten trotz aller Widrigkeiten ihren Dienst – engagiert, professionell und mit großem persönlichen Einsatz. Doch klar ist auch: Dieses Engagement darf nicht durch dauerhaft unzureichende Bedingungen belastet werden.
Die Hoffnung ruht nun auf dem geplanten Neubau an der Fleckenhöhe. Doch bis dieser Realität wird, bleibt der Feuerwehr nichts anderes übrig, als weiterhin mit Provisorien zu leben – und das hoffentlich nicht länger als unbedingt nötig.



